Francis Kardinal Arinze: „Jung und lebendig – Die Kirche heute: Reichtum – Armut – Glück“

„Die Kirche folgt Christus‘ Lehre, die Güter dieser Erde weise und gerecht zu nutzen, sodass sie uns zu ewigem Leben im Himmel führen. Materielle Güter sind nicht von sich aus in der Lage, uns wahrhaftig glücklich zu machen. Dies erklärt, warum es in der heutigen Welt Menschen gibt, die über reich gefüllte Bankkonten, teure Häuser, kostspielige Autos, hervorragendes Essen sowie ebensolche Weine verfügen und in exotische Länder reisen, die aber dennoch unglücklich und angespannt sind, sich ewig um ihre Sicherheit und die Steuergesetzgebung sorgen und – häufig wegen Überernährung – einen Arzt konsultieren müssen. Und es gibt arme Menschen, insbesondere auf der südlichen Erdhalbkugel, die arm und glücklich sind. Ich meine nicht: arm, aber glücklich; ich meine: arm und glücklich. Ich kenne Dorfbewohner, die arm sind. Sie singen, während sie zum Markt ziehen, auf der Farm arbeiten oder in ihrem Kanu rudern. Nachts schlafen sie tief und fest. Sie gehen selten zum Arzt. Sie sind glücklich.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ein gewisses Maß an Versorgung und materieller Ausstattung ist für ein würdevolles menschliches Leben notwendig. Und wir müssen alles daran setzen, den Lebensstandard in armen Ländern zu heben und Menschen aus ihrer Notlage herauszuhelfen.

Was ich sagen will: Gott lehrt uns, dass wahres Glück nicht von materiellen Dingen abhängt. Die katholische Kirche wirbt nicht für die Armut. Aber sie wirbt für einen Geist der Abkehr von materiellen Dingen, den alle sich zu Eigen machen sollten, und sie unterstützt das Armutsgelübde von Geweihten, insbesondere von solchen in Klöstern und religiösen Vereinigungen.

Schon der Autor des Buchs der Sprichwörter betete in diesem Sinne: >>Gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist, damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: Wer ist denn der Herr?<<(Spr 30,8-9). Und im Buch Kohelet heißt es: >>Wer das Geld liebt, bekommt vom Geld nie genug…Süß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er wenig oder viel zu essen hat. Dem Reichen raubt sein voller Bauch die Ruhe des Schlafes.<<(Koh 5,9 u. 11). Jesus selbst warnte uns davor, unsere Liebe, unser Herz nicht an Reichtümer zu hängen: >>Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen.<<(Mk 10,23). Diese Wahrheiten werden von vorbildlichen Katholiken in aller Welt verkörpert.“

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