Pfarrer Hans Milch: „Der Opfergottesdienst ist kein Gemeinschaftsgeschehen“

„Was also sich ereignet, ist kein Gemeinschafts- geschehen. Wer behauptet, die hl. Messe sei ein Gemeinschaftsgeschehen, ein Ereignis ‚miteinander‘, ist nicht mehr katholisch – ist ein Irrlehrer bzw. ein Irrgläubiger. Das ‚Miteinander‘ ist vollkommen ausgeschaltet, und es gibt nur Ihn und Dich, wie der hl. Augustinus sagt: ‚Gott und die Seele – sonst nichts‘. Ja, aber wir sollen doch ‚Gemeinschaft‘ üben. Wir sollen doch ‚Liebe‘ üben. Wir sollen doch dem anderen Menschen zugewandt sein in der Liebe für ihn. Hört sich das nicht sehr egoistisch an? Eingekapselt, abgekapselt von den anderen, wenn ich dies sage? Nein, ganz und gar nicht! Im Gegenteil, denn was ist Gemeinschaft, meine lieben Freunde? Gemeinschaft ereignet sich nicht in der Waagerechten, nicht im Rechts und Links, nicht im Hinten und Vorne, sondern Gemeinschaft ereignet sich in der Senkrechten! Die je einzelnen, die ganz von Christus ergriffen, von Ihm gepackt sind, um die es geschehen ist durch Christus, erkennen einander in der gleichen Leidenschaft und in der gleichen Begeisterung, und aus diesem Du zu Du wächst automatisch, organisch Gemeinschaft. Gemeinschaft kann man nicht machen, sondern Gemeinschaft wird. ‚So, wir wollen jetzt mal so recht eine Gemeinschaft sein.‘ Das ist nicht nur unappetitlich, irgendwie unschamhaft, sondern es ist falsch. Gemeinschaft wird im Zeichen einer vorgängigen Leidenschaft. Und die vorgängige Leidenschaft ist beim Einzelnen. So unterscheiden wir uns von den Progressisten, welche die ‚Miteinander‘- Ideologie, diese ‚Wir‘-Ideologie verkünden, ganz totalitär, ganz menschheitsverbessernd. Denn, wer die Menschheit verbessern will, ‚en bloc‘, kollektiv, der braucht ja ein System für alle. Wer sich ausschließt, ist liquidiert, ‚politisch unzuverlässig‘. Darum ist jede Bewegung zur innerweltlichen Menschheits- verbesserung im Keim totalitär. Darum ja die beständige Poussage zwischen Progressisten und Bolschewisten. Und wenn die Nazis, die andere Konkurrenzinstitution, nicht so frisch in feindlicher Erinnerung wären, hätten die Progressisten auch das tiefste Verständnis für nationalsozialistische Gemeinschaftsmache. Das alles stammt letztlich aus einer einzigen freimaurerischen Wurzel. Es sind alles Ableger und Seitentriebe.“

(Quelle: „Pfarrer Hans Milch – Eine große Stimme des katholischen Glaubens“, Band 1, Wolfgang Schüler, Edition Actio Spes Unica, 2005.)

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